Mike Wicki


„Ihre Hufe waren zu lang und zu schmal für den Goodsmith. Ich entschied mich dazu in der Mitte der Grundplatte 3cm rauszuschneiden und die Hälften dann wieder zusammen zu schweißen. Dadurch hatte ich dann den perfekt passenden Beschlag.“
Mike Wicki

 

Von einer Zeit lang in der Armee über eine Mechaniker Ausbildung, eine Fotografie Ausbildung, Arbeit beim Heizöllieferant oder als Schwertransport-Chauffeur, über Entwässerungstechnologe und IT-Support, dann zum Huforthopäden. Mike Wicki, ein Mann für den es scheinbar keine Hindernisse gibt. Wer so viel Neugierde besitzt, in sämtliche Bereiche schnuppert und diese auch vollständig abschließt, der lernt zu hinterfragen, kritisch zu betrachten und vor allem entwickelt er irgendwann die Denk- und Lebensweise einen Problem nicht nur von einer Seite anzugehen.

Durch diese Einstellung kam der Schweizer auch von der Aussage „Pferde, das sind doch große, manchmal bissige Tiere“ hin zu „ich habe mir jetzt ein Pferd gekauft“. Denn er lässt sich weder von Vorurteilen, noch vom sogenannten ersten Eindruck beeinflussen. Bevor er sich ein Bild macht, will er das Thema ganz genau kennen lernen, es ausprobieren und verstehen lernen. "Geht nicht" - das gibt es bei ihm nicht.  

So hat er auch unseren Goodsmith anfangs ganz genau unter die Lupe genommen, ist von erster Stunde an begeisterter Partner, schon bald Generalvertreter unserer Produkte in der Schweiz geworden und zaubert inzwischen neue Funktionen und Einsatzmöglichkeiten aus ihnen, wenn die Hufbearbeitung mal nicht nach dem Schema F umsetzbar ist.

Ein Goodsmith - viele Möglichkeiten. Das beweist Mike Wicki täglich aufs Neue!

 Mike Wicki am Tinker

 

Im Jahre 2014 kam der Schweizer zum eigenen Pferd. „Die ersten Ritte waren eine sehr wackelige Angelegenheit, aber zugleich war es wirklich spaßig.“ Vorher hatte Mike so gut wie nichts mit Pferden zu tun; "es war eine Art emotionale Übermittlung“, sagt er, „und ich war verliebt“. Die ersten wichtigsten Dinge wurden ihm gezeigt und er hat gemeinsam mit seinem Pferd gelernt. Recht bald schon stand dann das Thema Hufpflege an. „Natürlich wusste ich was Hufeisen sind, aber da in dem Stall, in dem mein Pferd stand, keiner Eisenbeschlag hatte, kam auch für mich nur barhuf oder Klebebeschlag infrage. Doch bei jedem Huf-Termin zeigte mir der Gesichtsausdruck meines Pferdes, dass es nicht glücklich war“.

Anstatt zu verzweifeln, entschied er sich dazu, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und absolvierte eine 3-jährige Barhufausbildung. Im Bereich Klebebeschlag ging es erstmal mit den Megasus Horeserunners los.

Durch die dort gesammelten Erfahrungen war es ihm bei seinem darauffolgenden Einstieg bei Goodsmith im Jahr 2018, bereits möglich gezielt Frage zu stellen und einfach loszulegen. Ein Segen - auch für uns - vor allem in der Anfangszeit.

In den Kantonen Aargau, Zürich (westliche Seeseite), Luzern und Zug ist er selbst als Huffachmann unterwegs.

Sein Prinzip: „Ich teste alles und schaue, wie und ob es funktioniert, dann kann ich dahinterstehen.“ Anfangs kamen Eisen für ihn gar nicht in Frage, inzwischen sieht er durchaus die geeigneten Einsatzgebiete hierfür. Dennoch bietet er selbst keinen Eisenbeschlag an, da er sie nicht zu 100% vertreten kann und das sei Voraussetzung für seine Arbeit.

Der Klebebeschlag ist fester Bestandteil seines Sortiments, denn: „einen Verbandskasten hat man schließlich auch immer dabei“, und kommt bei Mike hauptsächlich für Übergangszeiten zum Einsatz. Und hier, bei seiner Arbeit mit den Produkten kann man direkt spüren und sehen, dass seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Er macht mit unseren Goodsmiths so gut wie alles möglich, um seinen anvertrauten Vierbeinern zu helfen.

„Einmal hatte ich Isländer zum Bekleben da. Ihre Hufe waren jedoch zu lang und zu schmal für den Goodsmith. Ich entschied mich dazu in der Mitte der Grundplatte 3cm rauszuschneiden und die Hälften dann wieder zusammen zu schweißen. Dadurch hatte ich dann den perfekt passenden Beschlag. Wenn ein Pferd Hilfe braucht, muss man immer eine Lösung finden. Ich kann es schließlich nicht einfach so stehen lassen.

 

Manchmal muss ich einfach umdenken. Beispielsweise auch in Fällen, bei denen von Eisen auf Klebebeschlag umgestellt wird. Hier fällt mir u.a. die Möglichkeit weg, den Huf vorm Abkippen zu bewahren, indem ich Schenkelüberstände stehen lasse, um auf der mehr belastenden Seite mehr Auflagefläche zu haben. Mit ein wenig überlegen, kann ich aber beim Goodsmith den Huf auf der Platte auf der Innenseite versetzt stellen, um dort mehr Auflagefläche zu haben.“

Eine Beschlagsperiode dauert bei ihm ca. 4-5 Wochen, manchmal 6 Wochen. Meistens arbeitet er mit kürzeren Intervallen, da sein Fokus auf Problemhufen liegt.

Der Schweizer war erst kürzlich auf einem Anlass des Pferdesamariterverband und ist regelmäßig an Schmiedewettkämpfen, in Schulen und auf Messen. Dort kommt er ausgesprochen viel in den Austausch mit anderen Hufbearbeitern und Hufschmieden. „Für mich ist das immer wieder sehr interessant. Zum einen kann ich mich in Diskussionen selbst reflektieren und mich selbst testen, wie gut ich das Produkt und sein Handling wirklich kenne und damit überzeugen kann. Zum anderen komme ich meist mit meinem Gesprächspartner auf ein für beide Seiten zufriedenstellendes Ergebnis. Natürlich wird beim Schmied erstmal das allgemeine und beliebte Bild von Feuer und Stahl ein wenig ernüchtert. Doch es soll gar nicht darum gehen, das eine mit dem anderen zu ersetzten, sondern eher sich zu ergänzen und zu verbinden, um mit dem Goodsmith eine Lösung anbieten zu können, wenn Standard nicht mehr geht“, so der Huforthopäde.

 Mike Wicki- Zusammenarbeit mit Schmied

 

Seit 2020 vertritt Mike Goodsmith als Generalvertreter in der Schweiz. Unter Good-smith.ch betreut er Schweizer Hufprofis im eigenen Shop und veranstaltet Workshops im ganzen Land.

 


Vielleicht auch interessant?

Alle anzeigen
Hufe richtig pflegen
hoefkanker